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"Graf Dracula" Eines Tages besuchte eine feine, sehr alte Dame Ottomar Berbigs Antiquitätenladen in Berlin. Als ihr der Geschäftsinhaber entgegentrat, war sie sofort fasziniert. Mit seinen schwarzen Locken, seinen glühenden Augen und dem tatarischen Gesichtsschnitt sähe er aus wie ein Abkömmling ihres Geschlechts, meinte sie. Die Kundin war die letzte Nachfahrin von Vlad Tepes (Vlad, der Pfähler), des berühmt-berüchtigten Grafen Dracula. Weil die rumänische Fürstin keinen männlichen Erben hatte, adoptierte sie den Berliner Antiquitätenhändler. In die Adoptionsurkunde und in den Stammbaum seiner neuen Familie wurde als sein neuer Name Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco eingetragen. Dies geschah Ende des zwanzigsten Jahrhunderts und war der Beginn einer märchenhaften, aber wahren Geschichte. Dass er eines Tages einen weltberühmten Namen tragen würde, war Ottomar Berbig wahrlich nicht in die Wiege gelegt worden. Die bürgerliche Familie, der er entstammt, zerbrach in der Umbruchzeit nach dem 2. Weltkrieg, und Ottomar wuchs in einem Heim auf. Er lernte ein solides Handwerk und machte seinen Meister als Konditor. Da er aber lieber mit Antiquitäten handelte, als Torten zu backen, nahm das Schicksal seinen Lauf. Heute versucht er, in seinem Schloss in Brandenburg den Dracula-Mythos wieder aufleben zu lassen. Marie Bardischewski erzählt in ihrem Film, wie schwer es ist, ein echter Prinz zu werden und die Familientraditionen eines so alten Fürstenhauses wie dem der Grafen Dracula zu bewahren. |
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"Rumänien - Reise im Donaudelta" ![]() |
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"Paganini - Taraf de Haidouks - Mark Feldmann" Die Violine als Virtuoseninstrument steht im Zentrum dieser Produktion. Sie verbindet drei musikalisch sehr unterschiedliche musikalische Phänomene: einige der instrumentaltechnisch höchst anspruchsvollen Capricci opus 1 von Niccolo Paganini, interpretiert von der jungen bulgarischen Virtuosin Mila Georgieva mit der archaisch anmutenden Balkan-Musik rumänischer Zigeuner, repräsentiert durch das Ensemble der Taraf de Haidouks" aus der Grenzregion Rumäniens zu Moldawien, und den delikaten Streichquartett-Kompositionen des amerikanischen Geigers Mark Feldman, die Neue Musik mit improviserten Elementen verbinden. |
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Siebenbürgen, ein an die Schweiz erinnerndes Hügel- und Bergland in Südosteuropa, wird auch Transsilvanien genannt - "Land jenseits der Wälder". Lange von den Habsburgern und den Ungarn beherrscht, ist es heute ein Teil von Rumänien. Der Film beginnt im Karpatenbogen, einem Faltengebirge, das Höhen von zweieinhalbtausend Metern erreicht, und stellt dann das Kerngebiet Siebenbürgens vor: das Siebenbürgische Hochland. Gezeigt werden unterschiedlichste Tiere, denen man in Siebenbürgen begegnen kann. Der Bogen spannt sich vom Nashornkäfer über den Kaisermantel, den Teichfrosch und Rotfuchs bis hin zum Braunbär. "Siebenbürgen - Naturbeobachtungen in Rumänien" wurde mit Super-16-Technik und feinkörnigstem Filmmaterial produziert, also mit einem Aufwand, der im Dokumentarfilmbereich Seltenheitswert besitzt. Ein Höhepunkt dürften die faszinierenden Vogelaufnahmen sein. Um die Fluchtentfernung der Tiere unterschreiten zu können, errichtete Kameramann und Autor Andreas Schulze zahlreiche Tarnzelte. Auf diese Weise gelangen ihm Bilder von bestechender Klarheit und Intensität, zum Beispiel von Steinrötel, Wasseramsel, Neuntöter, Goldammer, Wendehals oder vom Schicksal eines Drosselrohrsängernestes, in das ein Kuckuck sein Ei gelegt hat. Eingebettet werden all diese Tierbeobachtungen in eine malerische Kulisse aus Landschafts- und Pflanzenaufnahmen. Zu sehen sind unter anderem Rutschungshügel, die aus der Eiszeit stammen, farbenprächtige Blumen und die bollwerkartigen, von den Siebenbürger Sachsen errichteten Kirchenburgen. |
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"Donaureise" Leinen los! Von Ungarn über Serbien und Bulgarien bis ins rumänische Donaudelta reist Ingo Dubinski an Bord der "A'Rosa Donna". Zuerst in die Hauptstadt Ungarns, nach Budapest. Eine Mischung aus Neuem und Altem, Kunst und Kitsch und ein Hauch Nostalgie verleihen der Zwei-Millionen-Metropole ihre besondere Ausstrahlung. Im Süden Ungarns trifft Ingo Dubinski Ungarn-Deutsche. Sie sprechen noch schwäbisch, alte Traditionen wie das Blaufärben werden bis heute gepflegt und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Dann nimmt das Schiff Kurs auf die Hauptstadt Serbiens. In Belgrad trifft Ingo trifft den Fußballprofi Lothar Matthäus. Weiter führt die Reise auf der Donau Richtung Bulgarien - Ingo Dubinski schaut auch in den Badeorten an der bulgarischen Küste vorbei. In der Hafenstadt Varna hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Heute zieht sie mit ihren großzügigen Promenaden, unzähligen Straßencafés und dem kilometerlangen Sandstrand Touristen aus aller Welt an. Wenn auch westeuropäische Einflüsse inzwischen unverkennbar sind, dominieren in der Stadt bulgarische Tradition und kulturelles Erbe. Abenteuerlich geht es in Rumänien nördlich von Bukarest zu. Als Gast im Kloster Snagov, in dem die Gebeine des Grafen Dracula liegen, hat Ingo Dubinski ein ganz außergewöhnliches Rendezvous. |
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Folge 6/7, "Zwischen Rumänien und Bulgarien" Ziemlich exakt 2.000 Kilometer von der Quelle entfernt beginnt der Film am Dreiländer-Eck Serbien-Bulgarien-Rumänien, und er endet gut 750 Kilometer weiter, ebenfalls an einem Dreiländer-Eck: Rumänien-Moldawien-Ukraine. Auf etwa 500 Kilometer Länge bildet der Fluss die Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien - eine Grenze, die für ihre Anwohner immer spürbar bleibt, denn es gibt auf der gesamten Strecke nur eine einzige Brücke über die Donau. Das andere Ufer fotografieren oder einfach so hinüberfahren ist verboten. Schließlich handelt es sich ja um eine Staatsgrenze - militärisches Gebiet. So beginnt der Film denn auch im Morgengrauen mit der Festnahme von Benzinschmugglern durch die rumänische Grenzpolizei. Dann zeigt der Film Menschen, die ihr ganzes Leben am Ufer der Donau verbracht haben und noch nie auf die andere Seite hinübergekommen sind - ein Fluss, breiter als ein Ozean. Die traumhaft schönen Landschaften, die unterwegs durchquert werden, waren seit jeher Grenzregionen: für die alten Griechen am Rande der ihnen bekannten Welt, für die Römer bitter umkämpfte Grenze ihres Riesenreichs, für Bulgaren und Rumänen Jahrhunderte lang Schauplätze blutiger Auseinandersetzungen, besonders im Kampf um die Befreiung vom "Türkenjoch". Imperatoren von damals und Diktatoren der Neuzeit schickten nicht umsonst missliebige Untertanen hierher in die Verbannung, weit entfernt von der Heimat, von Kultur und "Zivilisation". Das Leben hier ist geprägt von extremen Gegensätzen: menschlich, landschaftlich, klimatisch, wirtschaftlich und ökologisch. Der Film zeigt die unterschiedlichsten Menschen in ihrem Alltag und ihren Erinnerungen: einen Schafhirten, Schmuggler, einen Schiffskapitän, Bauern, Zigeuner, einen "Donau-Dichter", ehemalige Zwangsarbeiter am Donau-Schwarzmeer-Kanal. |
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