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Folge 3/4, "Der Herr der Wölfe" Ein Wildbiologe in den Karpaten Christoph Promberger hat zwei junge Wölfe aus einer rumänischen Wolfsfarm gerettet und dafür gesorgt, dass ihnen das Fell nicht über die Ohren gezogen wird. Er erforscht das Verhalten der zahmen Welpen und führt sie Naturtouristen vor, die wilde Wölfe kaum zu Gesicht bekommen. Und genau denen gilt das Hauptinteresse Prombergers. In einer Lappjagd fängt er Timis, eine stattliche Wölfin, und legt ihr einen Sender an. Geführt von der Peilantenne der Wildbiologen dokumentiert Kameramann Markus Zeugin das Leben der Karpaten-Wölfe. Er ist der erste, dem Bilder von der Aufzucht wildlebender Wölfe in Europa gelangen. In ihrem traditionellen Jagdrevier stehen heute Wohnblocks. Timis zieht bis zum Morgengrauen durch die Straßen, und sogar Braunbären kommen in die Stadt Brasov und plündern die Mülltonnen. In Deutschland wäre längst Panik ausgebrochen, doch die Rumänen lassen sich davon nicht irritieren. So kann Christoph Promberger, der Herr der Wölfe, in Ruhe seine Forschungen durchführen. Sie sollen dazu beitragen, die bedrohte Tierart zu retten. |
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"Die letzte Waldbahn Europas" ![]() |
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Schauspiel des ACT Theatre Bukarest und Odeon Aufzeichnung der Uraufführung in Weimar, Kulturstadt Europa Frankenstein - das ist in Rumänien die noch frische Erinnerung an ein menschenverachtendes System. Mihai Maniutius assoziative theatralische Reise zeigt den Menschen als Objekt der totalitären Experimentierkastens der politischen und ideologischen Wirrnisse unseres Jahrhunderts. Der Held und sein Doppelgänger auf der Suche nach dem "wahren Ich". Die Verdoppelung des Protagonisten ist der stimmlose Schatten aus einer anderen Welt. Die Hauptrolle wird von Marcel Iures gespielt, der einem breiten Kinopublikum durch Filmrollen in "Interview with a Vampire", "The Peacemaker" und "Mission Impossible" bekannt ist. |
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"Chronik eines vergessenen Volkes - Aus dem Leben der Zigeuner Osteuropas" Etwa 12 Millionen Menschen weltweit bezeichnen sich als "Roma" - übersetzt aus ihrer Sprache heisst es schlicht "Mensch". Andere Bezeichnungen: Zigeuner, Ägypter, Schwarze, Tsingani. Erst seit einiger Zeit weiss man sicher, dass sie aus Nordindien stammen und sich von dort in der ganzen Welt niedergelassen haben. Die meisten leben in den ehemaligen Ostblockstaaten Südosteuropas: Rumänien, Bulgarien, Serbien, Mazedonien. Sie hatten sich in der langen Zeit des Kommunismus mehr versteckt als angepasst, heute sind ihre Gemeinschaften grösser denn je - aber auch ärmer denn je. Wahre Ghettos, verslumte Stadtteile, hohe Analphabetenrate. Viele haben versucht, sich mit den neuen Zeiten zurecht zu finden, einige hatten genug Talent, um im Räuberkapitalismus der Nachwendezeit zweifelhaftes Vermögen anzuhäufen, das sie nun in bizarren Villen leben lässt, argwöhnisch beäugt von ihresgleichen und den "Gadsche": "Fremde", so nennen die Roma alle anderen. SüddeutscheTV-Autor Christian Bock hat die Roma in fünf verschiedenen Ländern besucht und kennt einige Sippen schon seit zehn Jahren. Eine andere Facette der notorisch chaotischen, schwer zugänglichen und immer noch geheimnisvollen Welt der Zigeuner sind ihre Könige: König Jan, den man des Uranschmuggels verdächtigt; König Florin mit dem goldenen Zepter; König Kiro, dessen Vater angeblich in einem goldenen Sarg beerdigt wurde. Teilweise bizarre Figuren, die in ihren Stämmen aber über Tod und Leben entscheiden können. Ebenso faszinierend wie märchenhaft sind die bunten Züge der Zigeunermädchen, die auf traditionellen Hochzeitsmärkten nach Männern suchen. Früher wurden sie verkauft, heute sind die meisten zu arm, sich für ein paar tausend Euro eine Schwiegertochter zu leisten. SüddeutscheTV über eine Gesellschaft am Scheideweg: Kultureller Verfall und Armut, oder Selbstbehauptung und Rückkehr in das moderne Europa. |
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"Waldeisenbahnen in den Karpaten" ![]() |
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Beiträge: - Luna - Bosnien - Kampf dem Rauchen - Frankreich - Ecotopia - Rumänien - Master in "Gefühl und Konfliktbewältigung" - Italien In dieser Folge stellen die "Absolut"-Reporter Bojan vor, den jungen serbischen Vorsitzenden des Vereins "Luna", und seinen Freund Kenan, Kroate und Projektleiter der Operation "Go and See", die die ethnischen und religiösen Toleranz fördern wollen. Sie treffen sich mit Marylise Presotto, der stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees der nicht rauchenden Studenten in Montpellier, besuchen die militante rumänische Umweltschützerin Theodora und sehen sich an der Universität von Arezzo in Italien um, wo man europaweit einmalig "Gefühl und Konfliktbewältigung" studieren kann. Ecotopia - Rumänien Theodora, 27, ist in der Stadt groß geworden, hat einen Hochschulabschluss und einen deutschen Ehemann. Damit hat sie eigentlich alles, was eine junge Rumänin braucht, um ein Leben nach westlichem Muster zu meistern. Doch sie hat sich zusammen mit anderen Mitgliedern des Vereins Ecotopia für das entbehrungsreiche Leben in Stanciova, einem armen Dorf bei Temeschwar, entschieden. Als militante und überzeugte Umweltschützerin, die sich auf die nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft spezialisiert hat, ist Theodora sicher, dass es möglich ist, die Dörfer zu retten, die im heutigen Rumänien vom Untergang bedroht sind, ihren Bewohnern zu helfen und die Umwelt zu schützen. Und statt nur darüber zu reden, wollen sie aktiv etwas unternehmen. Mit ihrem Ökodorf möchten sie ein konkretes Modell vorschlagen, das Gegengewicht zur gegenwärtigen rumänischen Entwicklungspolitik sein soll, die eher auf Autobahnen und Supermärkte setzt. |
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Schauspiel des ACT Theatre Bukarest und Odeon Aufzeichnung der Uraufführung in Weimar, Kulturstadt Europa Frankenstein - das ist in Rumänien die noch frische Erinnerung an ein menschenverachtendes System. Mihai Maniutius assoziative theatralische Reise zeigt den Menschen als Objekt der totalitären Experimentierkastens der politischen und ideologischen Wirrnisse unseres Jahrhunderts. Der Held und sein Doppelgänger auf der Suche nach dem "wahren Ich". Die Verdoppelung des Protagonisten ist der stimmlose Schatten aus einer anderen Welt. Die Hauptrolle wird von Marcel Iures gespielt, der einem breiten Kinopublikum durch Filmrollen in "Interview with a Vampire", "The Peacemaker" und "Mission Impossible" bekannt ist. |
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![]() Ein Dokumentarfilm, der von Musik erzählt. Musik, die von einer Welt erzählt - der wilden, verrückten, kreativen, dramatischen Welt des Balkans. Es geht um eine rasende und unwiderstehliche Musik, die manche Balkanpunk nennen. Eine Musik, die durch die Filme von Emir Kusturica, insbesondere "Schwarze Katze, weißer Kater" bekannt und beliebt wurde. Die Hauptrolle im Film hat die Punkband "No Smoking Orchestra", die vor 20 Jahren "als alles noch bevorstand" in Sarajevo gegründet wurde und innerhalb von wenigen Monaten zur Kultband einer Generation wurde. Wie eine Zigeuner-Karawane haben die Musiker - ohne den Schutz der einen oder anderen Seite zu suchen und ohne Partei zu ergreifen - alle Tragödien in der Geschichte dieser Region durchlebt. Wir lernen jedes Mitglied der Band kennen. Ihre Geschichten überlappen sich und werden so, wie alle Filme von Emir Kusturica, zu einer bunten Collage verschiedenster Themen und Motive. Vom kriegsgebeutelten Belgrad aus sucht der Film die Wurzeln dieser Musik auf: die Cafes, in denen die Zigeunerbands spielen, alte Musiklehrer, Aufnahmestudios, Probekeller, Familien. Hautnah begleitet die Kamera das "No Smoking Orchestra" auf ihren Tourneen und Konzerten in Italien, Frankreich und Deutschland, zeigt das Leben der Balkanband unterwegs: die tägliche Konfrontation mit dem westlichen Europa, Hotelzimmer, Busreisen, Nächte mit viel Alkohol, die Müdigkeit nach den Konzerten und natürlich das ganze musikalische Repertoire der Band. Der Erzähler und der Mann hinter der Geschichte ist Emir Kusturica. Einer wilden Horde von musikalischen Zigeunern gleich, die Rock 'n' Roll, Punk, Polka und den Folk des Balkan mit Teufelsgeigen und Blechbläsern mischen, hat die Band inzwischen einen ähnlichen Kultstatus wie die Leningrad Cowboys erreicht. Aus der bunten Collage von privaten Super-8-Filmen, Fernseharchivbildern und den Konzertmitschnitten entstand nicht nur ein mitreißender Musikfilm, sondern auch die Geschichte des zerrütteten Balkans. "Super 8 Stories" lief außer Konkurrenz im Wettbewerb der Berlinale 2000 und begeisterte Zuschauer und Kritiker gleichermaßen. Der Regisseur Emir Kusturica sagt über die Band: "Die Gruppe 'No Smoking Orchestra' ist nicht einfach nur eine Rock 'n' Roll-Band. Sie stellt ein Phänomen dar, das sich Ende der 80er Jahre zu einem Riesenerfolg entwickelte und in der Musikszene von Sarajevo, in ganz Jugoslawien, neue Maßstäbe setzte. Anstatt westliche Rock-Klischees in cleveren Arrangements zu liefern, die von männlichen Mannequins in Musiker-Outfits vorgeführt wurden, spielten No Smoking auf Instrumenten, die perfekt in Titos Jugoslawien passten. 'No Smoking Orchestra' stand für Klarheit und Gefühl - zwei Voraussetzungen, ohne die es keine Kunst geben kann. Hinzu kamen die Sprache des kleinen Mannes auf der Straße und parodistische Elemente - die wahren Helden eines echten Sozialdramas. Politische Intrigen und Provokationen haben der Band von Anfang an zu schaffen gemacht. Auf der Bühne spielten Dr. Nelle und seine Gruppe in einem schwer bestimmbaren Genre, um jene Emotionen zu projizieren, die sie selbst beim Hören der damals populären Musik empfanden. Wenn sie zum Beispiel von Jethro Tull hingerissen waren, dann bauten sie die Songs dieser Gruppe in ihre eigenen Lieder ein - so feierten sie den Gestus der Anarchisten von Sarajevo. Wenn ihnen aus Begeisterung für die Sex Pistols das Adrenalin ins Blut schoss, dann spiegelte sich in ihrer Musik plötzlich der Slang und die Eigenarten der Straßenjungen von Sarajevo. Doch jede spontane Eingebung, jede Variante wurde immer durch den gefühlsmäßigen Transfer gefiltert, den diese musikalischen Trends auslösten. Auch heute lässt sich 'No Smoking' weiterhin von allen musikalischen Einflüssen anregen. Die originale Besetzung zerbrach aus sozio-psycho-historischen Gründen, und im Gegensatz zu ihr wird die neue Formation von der tief im Balkan verwurzelten Tradition inspiriert. Was ist also vom ursprünglichen Rock 'n' Roll geblieben? Meiner Meinung nach die Bühnenshow und ein emotionaler, jugendlicher Ansatz: Mittlerweile haben sich die historischen Sedimente der Balkanerde in der Musik der Gruppe durchgesetzt - eine explosive Mischung aus Jazz und Zigeunerrhythmen, energischen Trompetenklängen aus dem südlichen Serbien und der Melancholie der unvermeidlichen asiatischen Einflüsse." (Emir Kusturica) Aus der Presse: "Dieser Film macht einfach Spaß. Die Musik ist ein brodelnder Sud aus Blechgebläse und Teufelsgeigen..., (Die Mitglieder der Band) bersten vor Energie." (Berliner Morgenpost) "Kusturica und die Seinen ... sind temperamentvolle Komödianten, was der Regisseur nutzt, um Nummern aus ihren Konzerten durch Interviews und Filmsequenzen zu anderthalb Stunden bester Filmunterhaltung zu verbinden. (Der Film) hat ganz genau die Qualität, die Fan-Gemeinde des Filmemachers und Musikers in Scharen ins Kino zu locken." (Neues Deutschland) |
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"Rumänien - Wunderwelt des Donaudeltas" ![]() Mit dem Flugzeug und dem Kanu war der Autor vierzehn Tage in dieser Wunderwelt unterwegs - auf den Spuren riesiger Kormorane und in den Brutstätten der größten Pelikan-Kolonie Europas. Er besuchte auch die Ruinenstadt Histria, die ehemals blühende Handelsstadt Sulina und Rumäniens zweitgrößte Metropole Constanta. |
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![]() Mehr zu "Taraf de Haidouks" |
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![]() Schon viele Jahrhunderte vor Christi siedelten sich hier Kaufleute an, gründeten die Stadt Tomis, die heute Constanta heißt und Rumäniens wichtigster Seehafen ist und die zweitgrößte Stadt des Landes. Außerhalb der Stadt aber, im Delta, ist es einsam, nur wenige Menschen leben dort, meist Fischer, in einfachen Hütten, ohne Strom, ohne Heizung. Ein hartes Dasein in Armut inmitten einer großartigen Natur. Viele der Menschen, die hier leben, gehören zu zwei Minderheiten in Rumänien, zu den Lipovenern und den Aromunen. Die einen, die Lipovener, sind vor langer Zeit aus Russland zugewandert, die Aromunen hingegen sind die Nachkommen der Bewohner der ehemaligen römischen Provinz Makedonien. Viele verlassen heute das Delta, weil die Arbeit dort knapp ist und der Lohn karg. Aber manche der Jungen bleiben doch, so die Familie Bildani. Sie züchten Schafe und Ziegen auf dem Festland zwischen den Donauarmen und wollen dieses Leben nicht aufgeben. Sie glauben an die Zukunft der Menschen im Delta, nachdem nun die Zukunft der Natur des Deltas gesichert ist. Denn bis zur Wende 1989 wurde das Delta rücksichtslos ausgebeutet, nach der Wende aber wurden weite Teile des Deltas unter Schutz gestellt. Nun hat sich die Natur erholt, aber zugleich haben viele Menschen, die von der Ausbeutung des Deltas lebten, ihre Existenzgrundlage verloren. Und doch, nach und nach kommen Natur und Menschen auch hier wieder in Einklang. |
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Folge 10/26, "Naturparadies am schwarzen Meer - Das Donaudelta" ![]() |
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![]() Rumäniens Metropole Bukarest ist ein idealer Ort für Überlebenskünstler aller Couleur. Ehemalige Dissidenten verwandeln sich in Kleinunternehmer und probieren den Balanceakt zwischen Postkommunismus und Turbokapitalismus. So kämpft der Ingenieur Radu Filipescu heute mit gleicher Leidenschaft für die Vermarktung eines von ihm erfundenen Spezialwerkzeugs für Elektroniker wie 1989 gegen den Diktator Ceausescu. Mircea Dinescu, auf dem Balkan ein berühmter Lyriker, gibt heute zwei Satire-Zeitschriften mit doppeldeutigen Titeln heraus. Die eine heißt "Aspirin fürs Volk", die andere "Plai cu Boi" und meint "Politiker als Wiederkäuer". Unter den Postkommunisten genießt Dinescu Narrenfreiheit. Seine jungen Autoren ernährt er nicht nur mit Aufträgen für seine Zeitschriften, sondern auch mit Fisch und Wein aus eigener Produktion. Der Arzt und Aristokrat Konstantin Stolnic gehörte zu den einflussreichsten Bojarenfamilien des Landes. Die Bauern auf dem Familiengut in Stolnic verehren den alten Adligen immer noch als Patron und hoffen auf seine Hilfe. Doch der 80-Jährige verfügt nicht über die finanziellen Mittel, um den Ort an das Wirtschaftsniveau der Vorkriegsjahre heranzuführen. Aber er ließ die alte Gutsmühle instand setzen, ein Zeichen gegen die Vergeblichkeit, gegen Armut und das Sich-Abfinden. Beschränkt sich das Rumänienbild im Westen vorzugsweise auf Dracula und Waisenkinder, so erzählt dieser Film von den Bukarester Eliten, den Überlebenskünstlern und Bohemiens und ihrem Traum von Europa. Lange genug fühlten sich die Rumänen als vergessene Nation. Heute erinnern sie daran, dass man Bukarest einmal "Paris des Ostens" nannte, und die Stadt eine Metropole mit lebendigem Kulturleben war. |
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![]() In Sibiu, zu deutsch Hermannstadt, leben laut einer Umfrage die glücklichsten Bewohner Rumäniens. Dabei hat die Stadt am Rande der Karpaten mit denselben Problemen zu kämpfen wie andere rumänische Städte: hohe Arbeitslosigkeit, geringe Löhne, Wohnungsnot und Armut. Nur haben die Menschen in Hermannstadt wieder Hoffnung geschöpft. Angefangen hat alles vor vier Jahren. Damals wählten die Hermannstädter einen Deutschen zu ihrem Bürgermeister. Das sorgte für Schlagzeilen in Rumänien. Denn gerade einmal 2.000 der 170.000 Hermannstädter sind noch deutscher Abstammung, so genannte Siebenbürger Sachsen. Klaus Johannis war gewählt worden, um die in postsozialistischer Tristesse dahinvegetierende Stadt mit seinen deutschen Sekundärtugenden wie Fleiß, Tüchtigkeit, Zuverlässigkeit und Ordnungsliebe auf Vordermann und auf EU-Kurs zu bringen. Und er sollte durch seine Kontakte nach Deutschland Investoren nach Sibiu locken. Im Juni sind wieder Kommunalwahlen und Johannis hat an Popularität sogar noch gewonnen. Über 70 Prozent wollen ihn dieses Mal wählen. Überall wird gebaut. Im neuen Gewerbegebiet haben sich mehrere Großinvestoren angesiedelt und auch viele Deutsche, die das Land während der kommunistischen Zeit enttäuscht verlassen hatten, kehren jetzt zurück und gründen kleine Betriebe und Geschäfte. Es herrscht Aufbruchstimmung in Hermannstadt. |
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"Die Aufstände der rumänischen Bergarbeiter" ![]() Einst war die Steinkohlengrube in Lupeni die größte Südosteuropas - der Stolz Rumäniens. Nach dem Sturz des Diktators Ceausescu 1989 kam für die meisten Gruben im Schiltal das Aus. Tausende Bergleute standen plötzlich ohne Arbeit da. Fast alle der 30.000 Einwohner der Minenstadt Lupeni sind heute arbeitslos. Es herrscht Endzeitstimmung, überall drohen Verwahrlosung und Verfall. Die Arbeitsbedingungen in den letzten Gruben, in denen noch gefördert wird, sind erbärmlich. Es gibt keine Schutzeinrichtungen, kaum gesicherte Flöze, nur verrottete Geräte und Werkzeuge. Die Männer arbeiten in Schlamm und Kohlenstaub. Oft gibt es keinen Lohn. Die Arbeit hat sie hart gemacht - gegen sich und andere. 1990 machten sich die Bergarbeiter das erste Mal zum Marsch nach Bukarest auf, gegen Unsicherheit und Unberechenbarkeit der neuen Zeit. Sie wollten die "Ordnung" wiederherstellen. Aus dem Aufbegehren wurde ein Pogrom gegen Unschuldige. Der neuen Regierung waren die Bergarbeiter als inoffizielle Hilfstruppen gegen die oppositionelle Demokratiebewegung willkommen. Angeführt von ehemaligen Geheimdienstoffizieren Ceausescus, prügelten sie auf Intellektuelle und Studenten ein, verwüsteten die Universität, Räume der Opposition und Redaktionen unabhängiger Zeitungen. Hunderte Verletzte und sechs Tote waren das blutige Ergebnis. Geheime Regierungsanweisungen belegen, die Proteste waren organisiert, ebenso wie die Unterbringung der Bergleute, deren Transport, Verpflegung und die Führung der Bergarbeiter durch die Securitate, den Ex-Geheimdienst. Mineriaden heißen fortan die blutigen Protestdemonstrationen, zu denen es in den 90er Jahren noch mehrmals kam. Die Märsche der rumänischen Bergarbeiter nach Bukarest sind zum Symbol für Gewalt und Manipulation geworden. Die Dokumentation schildert deren Hintergründe, sie berichtet von den Hoffnungen der rumänischen Bergarbeiter, ihrer Chancenlosigkeit und ihrem Missbrauch. |
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"Rumänien - Wunderwelt des Donaudeltas" ![]() Mit dem Flugzeug und dem Kanu war der Autor vierzehn Tage in dieser Wunderwelt unterwegs - auf den Spuren riesiger Kormorane und in den Brutstätten der größten Pelikan-Kolonie Europas. Er besuchte auch die Ruinenstadt Histria, die ehemals blühende Handelsstadt Sulina und Rumäniens zweitgrößte Metropole Constanta. |
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"Chronik eines vergessenen Volkes - Aus dem Leben der Zigeuner Osteuropas" ![]() Süddeutsche TV-Autor Christian Bock hat die Roma in fünf verschiedenen Ländern besucht, und kennt einige Sippen schon seit zehn Jahren, so etwa die letzten Ursali des Balkans, ein Stamm in Bulgarien, der Tanzbären hält. Ihr Handwerk ist seit kurzem verboten. Die Geschichte des Bärenmannes Iwan, der seine Bärin Marianna zwar liebt, aber trotzdem quält, und der sie nun in einem Gehege unterbringen lässt, steht für den Übergang einer ganzen Gesellschaft: Länder wie Bulgarien lernen die Sekundärtugenden des Westens wie zum Beispiel den Tierschutz kennen. Eine andere Facette der notorisch chaotischen, schwer zugänglichen und immer noch geheimnisvollen Welt der Zigeuner bilden ihre Könige: König Jan, den man des Uranschmuggels verdächtigt; König Florin mit dem goldenen Zepter; König Kiro, dessen Vater angeblich in einem goldenen Sarg beerdigt wurde. Teilweise bizarre Figuren, die in ihren Stämmen aber über Tod und Leben entscheiden können. Ebenso faszinierend wie märchenhaft sind die bunten Züge der Zigeunermädchen, die auf traditionellen Hochzeitsmärkten nach Männern suchen. Früher wurden sie verkauft, heute sind die meisten zu arm, sich für ein paar tausend Euro eine Schwiegertochter zu leisten. Süddeutsche TV über eine Gesellschaft am Scheideweg: Kultureller Verfall und Armut oder Selbstbehauptung und Rückkehr in das moderne Europa. |
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Schauspiel des ACT Theatre Bukarest und Odeon Aufzeichnung der Uraufführung in Weimar, Kulturstadt Europa Frankenstein - das ist in Rumänien die noch frische Erinnerung an ein menschenverachtendes System. Mihai Maniutius assoziative theatralische Reise zeigt den Menschen als Objekt der totalitären Experimentierkastens der politischen und ideologischen Wirrnisse unseres Jahrhunderts. Der Held und sein Doppelgänger auf der Suche nach dem "wahren Ich". Die Verdoppelung des Protagonisten ist der stimmlose Schatten aus einer anderen Welt. Die Hauptrolle wird von Marcel Iures gespielt, der einem breiten Kinopublikum durch Filmrollen in "Interview with a Vampire", "The Peacemaker" und "Mission Impossible" bekannt ist. |
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