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Folge 2/2, "Das Osterfest der Wanderschäfer in Rumänien" Die Situation der Wanderschäfer in Rumänien, so hört man in den Bergdörfern Jina und Poiana, ist zur Zeit sehr prekär. Die Zeit Ceaucescus hat ein großes Durcheinander auf den landwirtschaftlichen Grundstücken Rumäniens hinterlassen. Staatseigentum von früher wurde Privatbesitz. Viele der alten Schafwege sind für die Herden heute gesperrt. Die neuen Grundbesitzer achten streng darauf, dass auf ihrem Privatgrund keine Schafe weder weiden noch durchziehen. Zudem hat das Kapital Schaf in den letzten Jahren viel an Wert verloren. Von den einstmals 40 Herden von Jina gehen heute nur noch sieben auf die Walz. Einige gaben auf, wie der Fellgerber Konstantin aus Jina erzählte, andere wurden sesshaft und kauften sich Grundstücke und Höfe in Regionen mit milderem Klima. Nur einmal im Jahr, zum Osterfest, kehren alle ins Dorf zurück: Wanderschäfer und ehemalige Wanderschäfer. Mehr zur Sendung Mehr zur Sendung |
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"Naturbeobachtungen in Rumänien" Siebenbürgen, ein an die Schweiz erinnerndes Hügel- und Bergland in Südosteuropa, wird auch Transsilvanien genannt - "Land jenseits der Wälder". Lange von den Habsburgern und den Ungarn beherrscht, ist es heute ein Teil von Rumänien. Der Film beginnt im Karpatenbogen, einem Faltengebirge, das Höhen von zweieinhalbtausend Metern erreicht, und stellt dann das Kerngebiet Siebenbürgens vor: das Siebenbürgische Hochland. Gezeigt werden unterschiedlichste Tiere, denen man in Siebenbürgen begegnen kann. Der Bogen spannt sich vom Nashornkäfer über den Kaisermantel, den Teichfrosch und Rotfuchs bis hin zum Braunbär. "Siebenbürgen - Naturbeobachtungen in Rumänien" wurde mit Super-16-Technik und feinkörnigstem Filmmaterial produziert, also mit einem Aufwand, der im Dokumentarfilmbereich Seltenheitswert besitzt. Ein Höhepunkt dürften die faszinierenden Vogelaufnahmen sein. Um die Fluchtentfernung der Tiere unterschreiten zu können, errichtete Kameramann und Autor Andreas Schulze zahlreiche Tarnzelte. Auf diese Weise gelangen ihm Bilder von bestechender Klarheit und Intensität, zum Beispiel von Steinrötel, Wasseramsel, Neuntöter, Goldammer, Wendehals oder vom Schicksal eines Drosselrohrsängernestes, in das ein Kuckuck sein Ei gelegt hat. Eingebettet werden all diese Tierbeobachtungen in eine malerische Kulisse aus Landschafts- und Pflanzenaufnahmen. Zu sehen sind unter anderem Rutschungshügel, die aus der Eiszeit stammen, farbenprächtige Blumen und die bollwerkartigen, von den Siebenbürger Sachsen errichteten Kirchenburgen. |
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28 Laiendarsteller, allesamt Leprapatienten im rumänischen Tichilesti, spielen sich selbst. "Das Leben war nie eine gute Tragödie, bloß eine schlechte Komödie", sagt Vasile Tãriã, der seit 55 Jahren in Tichilesti lebt. Tichilesti - ein Ort zwischen Galai und Tulcea im südöstlichen Rumänien. Hier befindet sich die letzte Leprakolonie Europas. 70 Jahre lang besuchte niemand das Tal aus Angst vor der "Schwarzen Krankheit". 1928 wurde auf den Grundmauern eines verlassenen Klosters ein Hospital errichtet. Mitte der 30er Jahre waren hier bis zu 200 Leprakranke auf engstem Raum eingepfercht. Tichilesti bedeutete für die meisten "lebenslänglich". Heute leben hier noch 28 Menschen, zum Teil seit über 70 Jahren. Dieser anrührende große Dokumentarfilm, der in vier Drehperioden zwischen Silvester 2000 und der Weinernte im September 2001 entstanden ist, erzählt von den kleinen und großen Ereignissen während dieser Zeit in und um die Leprakolonie. Im Mittelpunkt stehen die Bewohner des Ortes, die sich trotz allem - trotz ihrer Krankheit, trotz ihres harten Lebens - mit kleinen Tricks immer noch den Spaß am Leben bewahrt haben. Der Autor, der seit Jahren mit den Leprakranken in Kontakt steht, lässt auch die Nachbarn aus den umliegenden Dörfern und den Bukarester Medizinprofessor Vulcan zu Wort kommen, der die Bewohner über 50 Jahre behandelt hat. |
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"Eine Zigeunerkapelle geht um die Welt" ![]() Der Film erzählt von der Suche nach dem Glück. Eine furiose Zigeunerblaskapelle aus dem entlegenen rumänischen Dorf Zece Prajini in den Karpaten zieht durch die Welt, füllt Konzertsäle und erobert das Publikum. Fanfare Ciocârlia - zu deutsch "Die Lerchenbläser" - wurde von zwei Deutschen entdeckt und aus ihren ärmlichen Verhältnissen in die internationale Weltmusikszene geführt. Inzwischen zur Kultband avanciert, feiern die Musiker mit ihrer Mischung aus rasantem Spiel und der Poesie des Balkans bei jedem Auftritt ein Fest - von Berlin bis Tokio. Der Film führt zu den Ursprüngen dieser vitalen Musikkultur der Roma in Rumänien und begleitet die Musiker bei ihrem Aufbruch in die Welt. Er zeigt ihre erstaunlichen Begegnungen unterwegs und das Leben in ihrem Dorf am östlichen Rand Europas, in das die Musiker immer wieder zurückkehren. Die Dokumentation erzählt ein modernes Zigeunermärchen, das Wirklichkeit wurde. Und selbstverständlich ist die Liebe mit im Spiel. |
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"Ein Wildbiologe in den Karpaten" ![]() In einer Lappjagd fängt er Timisch, eine stattliche Wölfin, und legt ihr einen Sender an. Geführt von der Peilantenne der Wildbiologen dokumentiert Kameramann Markus Zeugin das Leben der Karpaten-Wölfe. Er ist der erste, dem Bilder von der Aufzucht wild lebender Wölfe in Europa gelingen. In ihrem traditionellen Jagdrevier stehen heute Wohnblocks. Timisch zieht bis zum Morgengrauen durch die Straßen. Sogar Braunbären kommen in die Stadt Brasov (Kronstadt) und plündern die Mülltonnen. In Deutschland wäre längst Panik ausgebrochen, doch die Rumänen lassen sich davon nicht irritieren. So kann Christoph Promberger, der "Herr der Wölfe", in Ruhe seine Forschungen durchführen. Sie sollen dazu beitragen, die bedrohte Tierart zu retten. |
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"Deutsche in Rumänien" ![]() |
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"Künftige Partner - Rumänen, Bulgaren und Türken" Im Jahr der Wende 1989 hatte Dieter Kronzucker ein Transparent besonders beeindruckt, das jugendliche Demonstranten im rumänischen Timisoara mit sich führten. Da stand auf Englisch: "Europe where are You?" - Europa, wo bleibst Du? Damals war das ein Schrei um Hilfe gegen die kommunistische Diktatur. Jetzt geht es den Mitstreitern des Aufstandes von 1989 um die baldige Aufnahme in die EU, die sie als Heimkehr nach Europa sehen. |
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"Sighisoara - Ort der kleinen Ewigkeiten Rumänien" ![]() In Sighisoara, einem kleinen Städtchen im Tal der Kokel, ist fast alles noch so, wie es um 1200 war, als sich vor allem Siedler hier niederließen. Die von ihnen gebaute Burganlage mit sieben Wehrtürmen und rund 150 Wohnhäusern ist das einzig erhaltene Ensemble dieser Art in Transsilvanien, zu deutsch Siebenbürgen. Was unzählige Kriege, Verwüstungen und Plünderungen im Laufe der Geschichte nicht geschafft haben, wäre einer abrisswütigen Diktatur beinahe gelungen. Bevor deren letztes Stündchen geschlagen hatte, wollten die Schergen Ceaucescus' die geschichtsträchtige Stadt niederwalzen. Sie schafften es nicht mehr. Das Regime ging zu Bruch und nicht Sighisoara. Heute ist es der Zeitgeist, der dem Städtchen zu Leibe rückt. Ausländische Investoren haben die Stadt als Ziel für den Tourismus entdeckt und beginnen an manchen Stellen, die morbide Schönheit Sighisoaras wegzusanieren. Noch erkennt man ihr altes Gesicht, noch spricht es Bände. Jedenfalls für die, die hinsehen können. |
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- ca. 18.50 Uhr aus Bukarest: Fußball-Länderspiel: Rumänien - Deutschland, Übertragung aus dem Rapid-Stadion (VPS 18.50) - In der Halbzeitpause: gegen 19.45 heute; dazwischen: gegen 21.15 heute-journal mit Marietta Slomka; 21.29 Wetter |
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"Klöster Nordmoldaviens - Bilderwelt des Glaubens, Rumänien" ![]() Mehr zur Sendung |
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