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"Das Donaudelta und seine Menschen" Das Donaudelta ist nach dem Delta der Wolga das zweitgrößte Flussdelta Europas und gilt als die größte zusammenhängende Schilflandschaft. Zwischen den drei Donauarmen liegt eine 5.000 Quadratkilometer große Sumpflandschaft, unterbrochen von Flüssen, Kanälen und Seen, auf denen schwimmende Inseln treiben. Über Jahrhunderte war dieses riesige Labyrinth eine Zufluchtsstätte für religiös und politisch Verfolgte, für Sonderlinge und Abenteurer. Auf den wenigen Deltainseln mit festem Untergrund leben heute etwa 15.000 Menschen. Von den 34 ethnischen und religiösen Gruppen, die es bis vor fünfzig Jahren hier gab, leben heute noch sieben größere Gruppen friedlich zusammen: Rumänen, Haholen, die einen ukrainischen Dialekt sprechen, Lipovener - altgläubige Russen -, Ukrainer, Griechen, Türken und Roma. Wie in vorindustrieller Zeit sind die Menschen hier von der sie umgebenden Natur und ihren Gaben abhängig. Jeder lebt hier direkt oder indirekt vom Fischfang, vom Schilf oder von beidem. Es ist ein hartes und entbehrungsreiches Leben. Wenn die Sonne scheint, bestehen die Dörfer aus Staub und Sand, wenn es regnet, scheint die Welt in Schlamm zu versinken. Im Sommer plagen Myriaden von Stechmücken Mensch und Tier, im Winter, wenn die Donau zufriert, sind die kleinen Dörfer oft wochenlang von der übrigen Welt abgeschlossen. Es gibt keine direkte Telefonverbindung ins übrige Land, keine Straßen, keinen Rettungshubschrauber - und keine Ärzte. Das Ökosystem des Deltas und damit die Lebensgrundlage seiner Bewohner ist bedroht durch den Schmutz, den die europäischen Anrainerstaaten in die Donau kippen, und durch die rücksichtslose Ausbeutung seiner Natur durch die Deltabewohner selbst. Die größten Schätze des Deltas, Fisch und Kaviar, gehen zur Neige. Renate Stegmüller lässt in ihrem Film Fischer, Bootsbauer, Umweltpolizisten, einen Krankenpfleger, einen ehemaligen Parteifunktionär und den Kapitän eines Störkutters zu Wort kommen, sie beobachtet Rumänien, Haholen, Griechen und Lipovener in ihrem Alltag und bei ihren Festen. |
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"Moldawien - ein vergessenes Land" Moldawien, ein vergessenes Land. Wer weiß schon, dass die kleine, seit 1991 unabhängige Republik zwischen Rumänien und der Ukraine liegt? Wer weiß schon, dass die meisten Moldauer rumänischstämmig sind, rumänisch sprechen und von einer Wiedervereinigung mit Rumänien dennoch nichts wissen wollen? Wer weiß, dass Moldawien zu den größten Weinproduzenten der Welt gehört? Und wer weiß schon, dass einhunderttausend Kolonisten aus Süddeutschland bis 1940 im damaligen Bessarabien friedlich neben Moldauern, Ukrainern, Russen, Polen, Juden, Gagausen und Bulgaren lebten? |
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"Zwischen Ostsee und Karpaten - Siebenbürgen" Siebenbürgen heißt im Rumänischen Transsilvanien. Es ist ein wunderschönes Land mit alten Wehrkirchen, Schlössern, Dörfern und mittelalterlichen Städten. Seit dem 12. Jahrhundert siedelten Deutsche in dem Gebiet. "nix wie raus ..." besucht die alten Sachsenstädte Schäßburg, Kronstadt, Hermannstadt, Klausenburg, die geprägt sind von ihrer deutschen Vergangenheit, aber auch von dem jahrhundertelangen Zusammenleben der multikulturellen Bevölkerung von Rumänen, Ungarn und anderen Nationalitäten. Heute sind viele Sachsendörfer wie leer gefegt. Die über Jahrhunderte geschaffene sächsisch-siebenbürgische Kultur ist seit Anfang der neunziger Jahre, seit dem Exodus, dem Verfall preisgegeben. Hunderttausende "Sachsen" sind nach Deutschland übergesiedelt und haben Rumänien verlassen. Nur noch wenige sind zurückgeblieben. Ein Infoblatt zur Sendung kann angefordert werden: gegen einen mit 0,55 Euro frankierten Rückumschlag, adressiert an den Hessischen Rundfunk, Redaktion "nix wie raus ...", Stichwort "Siebenbürgen", 60142 Frankfurt am Main, per Internet unter "www.hessenfernsehen.de/nixwieraus" oder per Faxabruf - innerhalb einer Woche nach Ausstrahlung - unter der Nummer 01 90 150 74 190 (0,62 _ pro Minute). |
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"Kunstturnen der Frauen: Rumänien/UdSSR" Bei spektakulären Sportduellen - zwei Spitzensportler, zwei Mannschaften, zwei Länder - ist mehr im Spiel als der körperliche Wettkampf zweier Gegner. Die Reihe "Die großen Sportduelle" stellt legendäre Sportbegegnungen in ihren gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Zusammenhang. Kunstturnen der Frauen: Rumänien/UdSSR Zwei Nationen, die seit über 30 Jahren im Turnen weltweit führend sind. Zwei Organisationsformen, zwei Trainingsarten, zwei Führungsstile, zwei Bewertungsmaßstäbe für Disziplin, Perfektion der Bewegung und Kreativität. Im historischen Kontext eines von inneren Spannungen geprägten kommunistischen Blocks trafen außergewöhnliche Turnerinnen aufeinander, wie Nadia Comaneci, Olga Korbut und Nelly Kim sowie deren jeweilige Trainer Bela Karoly und Octavian Belu für Rumänien und Alexander Arkeiew für die ehemalige UdSSR. |
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"Unterwegs mit Straßenmusikern" ![]() Der Musik-Dokumentarfilm "Music Mavericks" nimmt den Zuschauer mit auf eine lustvolle Reise durch unterschiedliche Länder und Musikstile und ermöglicht eine intensive Bekanntschaft mit Musikern, für die nur das Eine zählt: vor dem ehrlichsten Publikum der Welt frei von Zwängen die eigene Musik spielen zu können. |
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![]() Der 15-jährige Laurentiu lebt mit einer Gang von Straßenkindern im Bukarester Untergrund. Sie ernähren sich vom Betteln, und viele von ihnen sind vom Schnüffeln abhängig. Dass diese Kinder Geld nicht ablehnen können, wissen inzwischen immer mehr einheimische und seit kurzem auch westliche Pädophile. Laurentiu begann schon im Alter von kaum zwölf Jahren, sich für Ausländer zu prostituieren. Wie gefährlich es für diese Kinder ist, mit Ausländern zu gehen, schildert Laurentius' zwölfjähriger Cousin Florin: Er wurde von einem deutschen Pädophilen aus dem Fenster im zweiten Stock geworfen, als die Polizei plötzlich an die Tür klopfte. Doch der Kindesmissbrauch wird nicht nur innerhalb Rumäniens praktiziert. Viele Kinder werden ins Ausland verschleppt, oft nach Italien. Auf den Spuren der Kinderhändler reist Liviu gen Westen nach Mailand und stößt dort auf ein rumänisches Lager, in dessen Nähe sich die Knaben unter ältere männliche Prostituierte mischen. Ein 14-jähriger Junge bietet sich Liviu an; als die Sprache auf das Geld kommt, sagt der Junge, Liviu solle mit seinem Vater sprechen. Es ist unfassbar, dass der Mann, der plötzlich auftaucht und gelassen den Preis für Anal- und Oralsex mit dem Jungen aushandelt, tatsächlich dessen Vater ist. Leider sind das keine Einzelfälle. Liviu findet noch mehr Rumänen, die jüngere Familienmitglieder prostituieren. So werden ihm der 16-jährige Cousin und der zehnjährige Bruder zweier Jungen angeboten. Doch nicht nur Rumänen selbst beuten ihre Kinder aus. Liviu kann unwiderlegbare Beweise für die Beteiligung eines Briten am Handel mit wehrlosen rumänischen Kindern liefern. |
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"Hans hilft" ![]() Ein Filmteam begleitet den 67-jährigen Aargauer auf seiner 79. Fahrt mit Hilfsgütern nach Viseu des Sus, einem Städtchen im Nordosten Rumäniens. |
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"Moldawien - ein vergessenes Land" ![]() |
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"Zu Besuch bei den Karpaten-Deutschen" Die Zips ist ein Landstrich, in dem "nicht ständig einer auf die Uhr schaut", wie die Gastwirtin Emilia Funa sagt. Sie gehört zu den etwa 2000 Deutschstämmigen, die in dieser abgelegenen Region der rumänischen Karpaten leben. Vor 200 Jahren kamen deutsche Köhler und Holzfäller auf der Suche nach Arbeit und Brot in die Abgeschiedenheit des rumänischen Nordens, ließen sich hier nieder, als Bauern und auch wieder als Holzfäller. Noch heute sprechen sie deutsch untereinander. Und besonders zur Weihnachtszeit zeigt sich, wieviele Bräuche und Traditionen sie aus der alten Heimat mitgebracht und bewahrt haben. Glockenbehangene "Schwarze Bogar" spuken dann durch die Gassen, und beim Herodes-Spiel werden 200 Jahre alte Texte gesprochen. Der Winter ist lang und hart in der Zips. Die wochenlangen Weihnachtsvorbereitungen und das abendliche Geschichtenerzählen am Kamin sollen ihn verkürzen. Aber die Holzfäller fahren auch bei Eis und Schnee mit ihrem alten Schienenbus in die Wälder. Emilia Funa wird nicht nach Deutschland auswandern, denn "hier kann man viel freier leben", schwärmt sie. |
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"Bären, Brauchtum und Graf Dracula" Das Dorf Weilau war einst die Heimat von über 100 Siebenbürger Sachsen. Heute leben hier noch zehn. In den verlassenen Häusern haben sich Zigeuner einquartiert. Sie haben die protestantische Religion übernommen, zahlen Kirchensteuer und lernen deutsch - und das nach sächsischer Mundart. Eine abenteuerliche Dampfbahnfahrt durch Schluchten und Wälder des Wassertals führt uns zu den Waldarbeitern von Viseu de Sus. Im Ort sind die Kinder bereits bei ihren Weihnachtsvorbereitungen. In Kostümen der Heiligen Drei Könige ziehen sie von Haus zu Haus. Auch die neuen Reichen kann man heute schon in Rumänien treffen, in den luxuriösen Hotels und auf den Skipisten, wohin es sonst nur die Touristen zieht. Touristen kommen nicht nur wegen Graf Dracula. Die Karpaten-Jagd-Gesellschaft empfängt ihre ausländischen Gäste. Sie haben eine Treibjagd auf Bären und Wildschweine gebucht. Natürlich muss man dann noch den Wohnsitz des Grafen Dracula besuchen. Die Hotels haben sich ganz auf diese Art Touristen eingestellt und versuchen, ihnen das Gruseln zu lehren. Der Film ist eine Winterreise durch eine bizarre Landschaft, durch eine Gesellschaft im Umbruch. |
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