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   Reise-Magazin
Voyages, Voyages
"Rumänien"

ARTE F Mit einem Text von Dominique Fernandez, (Auszug aus "Rhapsodie Roumaine", Grasset 1998) im Handgepäck, reiste Gilles Chevalier im Herbst 2002 durch Rumänien. Was ihm dort auffiel, hielt er mit der Kamera fest.

"Wenn von Rumänien die Rede ist, dann nur in Verbindung mit Skandalen, die die Öffentlichkeit empören oder erschüttern. Nirgends werden die Schönheiten des Landes erwähnt, seine verborgenen Schätze, die unberührte Natur, die Vielfalt der Landschaft, bestehend aus Bergen, Ebenen, Küstenstrichen und Lagunen, der Zauber des Donaudeltas, der Reiz mancher Städte, die Pracht der Klöster und Schlösser. Ebenso wenig ist die Rede von der moralischen Stärke und dem Mut eines Volkes, das fünfzig Jahre Schreckensherrschaft und Elend überstand, ein Volk, das sich nach Büchern ebenso sehnt wie nach ordentlichen Medikamenten und Nahrungsmitteln und dessen leidenschaftliches Interesse für Kultur und Geist einen krassen Gegensatz zur Oberflächlichkeit der westeuropäischen Konsumgesellschaften bildet.

Unsere Rumänienreise traten wir mit der gleichen Offenheit und Aufgeschlossenheit an wie unsere Reisen durch Italien oder Spanien: Zwar wollten wir keinesfalls die Augen vor den Einschränkungen verschließen, mit denen das leidgeprüfte rumänische Volk leben muss, doch wir wollten auch das Land durchstreifen, innehalten, mit den Menschen sprechen, wir wollten von der kurzlebigen Politik abstrahieren und die Vitalität der Menschen, die natürliche Schönheit und die Sehenswürdigen der Vergangenheit und der Gegenwart freilegen."

Mit diesem Text von Dominique Fernandez, (Auszug aus "Rhapsodie Roumaine", Grasset 1998) im Handgepäck reiste Gilles Chevalier im Herbst 2002 durch Rumänien. Was ihm auffiel, hielt er mit der Kamera fest: Er filmte u.a. eine weitläufige Wiesenlandschaft im Herzen von Bukarest und - auf dem Weg zum Kurort Baile Herkulane, dessen Thermalquellen seit 2000 Jahren genutzt werden - eine Dorfkirmes.

Begleitet von einem motorradfahrenden Saxophonspieler besichtigte der Regisseur außerdem Siebenbürgen mit der mittelalterlichen Stadt Sighisoara (Schässburg), der Heimat von Drakula. Weiter östlich an der Schwarzmeerküste kam er in den Badeorten Vama Veche und Constanta mit rumänischen Feriengästen ins Gespräch. Unvergesslich auch das Donaudelta, wo der 2.850 km lange Fluss ins Meer mündet.

Voyages, Voyages - Reise-Magazin, F 2002 Donnerstag, 01.05.2003
Beginn: 19.00 Uhr Ende: 19.45 Uhr Länge: 45 Min.
VPS: 19.00



MDR
10.15
So.
18. 05.
   Naturreportage
Das Donaudelta
"Fremde Welt der Sümpfe"

MDR/NDR/Michael Kluth 3000 Kilometer hat die Donau zurückgelegt, bis sie in das Schwarze Meer mündet. Im äußersten Osten Rumäniens bildet sie ein riesiges Delta, eine Wunderwelt der Natur. Drei mächtige Flussarme, dazwischen ein Labyrinth von Kanälen, weite Schilfflächen, Sümpfe, Seen, Wälder. Eine Landschaft mit großer Vergangenheit, entstanden in 10.000 Jahren. Eine Landschaft, die sich ständig verändert, denn die Donau sucht sich immer neue Wege zum Meer.

Schon viele Jahrhunderte vor Christi siedelten sich hier Kaufleute an, gründeten die Stadt Tomis, die heute Constanta heißt und Rumäniens wichtigster Seehafen ist und die zweitgrößte Stadt des Landes. Außerhalb der Stadt aber, im Delta, ist es einsam, nur wenige Menschen leben dort, meist Fischer, in einfachen Hütten, ohne Strom, ohne Heizung. Ein hartes Dasein in Armut inmitten einer großartigen Natur. Viele der Menschen, die hier leben, gehören zu zwei Minderheiten in Rumänien, zu den Lipovenern und den Aromunen. Die einen, die Lipovener, sind vor langer Zeit aus Russland zugewandert, die Aromunen hingegen sind die Nachkommen der Bewohner der ehemaligen römischen Provinz Makedonien. Viele verlassen heute das Delta, weil die Arbeit dort knapp ist und der Lohn karg. Aber manche der Jungen bleiben doch, so die Familie Bildani. Sie züchten Schafe und Ziegen auf dem Festland zwischen den Donauarmen und wollen dieses Leben nicht aufgeben, Sie glauben an die Zukunft der Menschen im Delta, nachdem nun die Zukunft der Natur des Deltas gesichert ist. Denn bis zur Wende 1989 wurde das Delta rücksichtslos ausgebeutet, nach der Wende aber wurden weite Teile des Deltas unter Schutz gestellt. Nun hat sich die Natur erholt, aber zugleich haben viele Menschen, die von der Ausbeutung des Deltas lebten, ihre Existenzgrundlage verloren. Und doch, nach und nach kommen Natur und Menschen auch hier wieder in Einklang.

Das Donaudelta - Naturreportage Sonntag, 18.05.2003
Beginn: 10.15 Uhr Ende: 11.00 Uhr Länge: 45 Min.
VPS: 10.15