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Malerei: Naive Malerei aus Rumänien - Brusturi-Schule

Naive Malerei aus Rumänien - Brusturi-Schule

Die Naive Malerei blühte in den 60-er Jahren auf, auch in Rumänien, wo zahlreiche Künstler farbenprächtig, manchmal mit Witz gepaart, vor allem Motive aus dem Landleben auf die Leinwand brachten.

Etwa auf halbem Weg zwischen Sibiu und Oradea liegt an den Ausläufern der Westkarpaten die Gemeinde Halmagiu. Vor dort führt eine unbefestigte Straße in das Brusturi-Tal. Die Landschaft ist voller Schönheit: Das Grün der Weiden zieht sich an den sanft ansteigenden Bergen hoch und geht um die Kuppen herum in das dunklere Grün der Tannen über. Im Frühling blühen im Tal die Kirsch- und Apfelbäume. Im Sommer wird Heu in die Scheuer gefahren, Kühe und Schafe grasen. Im Herbst wird geerntet. Im Winter schaffen die Männer Holz heran, die Frauen sticken an prachtvollen Gewändern. Die Leute von Brusturi haben ihren Kalender nicht nach Tagen, sondern nach Zeiten eingeteilt: Zeit der Lämmchen, Zeit der bekränzten Jungfern und des Mähens, Zeit der Kirschen und Haselnüsse, Zeit der Apfelernte, Zeit der Spinngesellschaften, Zeit der Hochzeiten und Gastmähler.

Dann und wann müht sich ein Auto auf der steinigen Straße. Aber sonst ist die ländliche Welt unberührt.

In dieser Umgebung hat der wohl bedeutendster Vertreter der rumänischen naiven Kunst, Ion Niță Nicodin, von 1909 bis 1980 gelebt. Mit dem Bemalen von Fassaden und Balkonen fing er an. Nach einer kurzen Periode, in der er "kitschige" Motive ("Der Hirsch an der Quelle") verwendete, fand er im Alter von 54 Jahren seinen unverkennbaren Stil. Er malte, was seine Augen sahen: Die Landschaft und das Leben im Brusturi-Tal. Seine Bereitschaft, sich zu den Grenzen seiner Maltechnik zu bekennen und die Motive seiner Bilder in der Umgebung zu suchen, gaben seinen Bildern den Reiz der Ursprünglichkeit und Lebendigkeit, der Einfachheit und Ehrlichkeit.

Ion Niță Nicodin, "Wolfsrudel"
Öl auf Leinwand 1979
53 x 73 cm, ohne Rahmen
500 Euro

Sein Vorbild steckte an. Der 20 Jahre jüngere Petru Mihuț fühlte sich ermutigt, ebenfalls zu zu Pinsel und Leinwand zu greifen. Er hat den Stil seines Lehrers fortenwickelt. Die Farbpalette ist breiter, die Farbkomposition unbekümmerter. Die Motive entnimmt er wie Nicodin überwiegend seiner Umgebung: Landschaften, Arbeit und Leben im Tal, Folklore und Legenden.

Seine Ehefrau, Maria Mihuț, hat nur wenig gemalt. Ihre Bilder zeichnen sich durch warme Farbtöne und Klarheit aus.

Im Haus von Ion Niță Nicodin begann die eingeheiratete Tochter von Petru Mihuț, Rodica Nicodin, Restfarben aus den Tuben zu pressen und mit Pinsel und Leinwand zu hantieren. Sie entwickelte sich zu einer bekannten Malerin. Sanfte, harmonische Farben sind für ihre Bilder kennzeichnend.

Inzwischen führt die Enkelin von Petru Mihuț, Mariana Mihuț, die Tradition der Brusturi-Schule fort und hat mit Ausstellungen, vor allem in Frankreich, erfolgreich gezeigt, dass die naive Malerei noch immer Freunde hat, auch wenn der Boom der 60-er und 70-er Jahre abgeebbt ist.


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